Thiers’ Law: Wenn gutes Geld schlechtes Geld verdrängt
Thiers’ Law besagt, dass gutes Geld schlechtes Geld verdrängt. Thiers’ Law ist das Gegenstück zu Greshams Gesetz, welches lautet: „Schlechtes Geld verdrängt das gute“.
Thiers’ Law findet vor allem dann Anwendung, wenn eine Währung so stark an Wert verliert, dass sie von Händlern nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert wird. In den meisten Ländern sorgen Zwangskursgesetze dafür, dass die Ablehnung der Landeswährung als Zahlungsmittel illegal ist. Unter Bedingungen wie einer Hyperinflation werden diese Gesetze jedoch ignoriert und verlieren ihre Gültigkeit.
Obwohl Thiers’ Law und Greshams Gesetz widersprüchlich erscheinen, sind sie es nicht. Wenn Bürger die freie Wahl haben, neigen sie dazu, gutes Geld zu akzeptieren und zu verwenden – also Geld, das sich durch seine Wertbeständigkeit und seine Tauglichkeit als Tauschmittel auszeichnet. Wird ihnen diese Wahl jedoch verwehrt, in der Regel durch Zwangskursgesetze, horten die Menschen das gute Geld und geben das schlechte Geld so schnell wie möglich aus.
Doch Zwangskursgesetze können schlechtes Geld nur eine begrenzte Zeit schützen. Irgendwann wird das schlechte Geld nahezu wertlos und die Bürger ignorieren die Gesetze. Während der Hyperinflation in Simbabwe griffen viele Bürger trotz Verbot auf US-Dollar zurück, und in der Weimarer Republik der 1920er Jahre zirkulierten viele Fremdwährungen.
Verwandte Begriffe
Währungspeg
Ein Peg (oder Währungspeg) bezeichnet die Kopplung des Wertes einer Währung an den Wert einer anderen Währung oder eines anderen Vermögenswerts. Dies wird häufig von Ländern eingesetzt, um den Wert ihrer eigenen Währung zu stabilisieren.
Verschlechterung (Debasement)
Verschlechterung ist die vorsätzliche Verringerung des Wertes von Geld. Bei Warengeld (z.B. Münzen) wird dies meist durch eine Verringerung des Gold- oder Silbergehalts erreicht. Bei digitalem oder Papiergeld genügt die einfache Schaffung zusätzlicher Geldmenge.
Hyperinflation
Hyperinflation ist eine extrem schnelle und hohe Inflation. Sie tritt meist in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität auf und hat stark destabilisierende Auswirkungen auf eine Volkswirtschaft.
Greshams Gesetz
Greshams Gesetz besagt, dass „schlechtes Geld gutes verdrängt“. In einer Wirtschaft, in der zwei Währungen im Umlauf sind, werden Menschen das schlechte Geld (das stetig an Wert verliert) ausgeben und das gute Geld (das seinen Wert behält) horten.
Bitcoin gilt in diesem Sinne als das „gute Geld“ unserer Zeit: Was ist Bitcoin? · Inflation und Bitcoin
Berater für Informationssicherheit · Bitcoinlighthouse
Seit 2021 helfe ich Menschen dabei, sich durch Open-Source-Lösungen wie Bitcoin, Linux und GrapheneOS unabhängiger zu machen und digitale Sicherheit sowie Souveränität zu erlangen.
Verwandte Beiträge

Bitcoin: Ein Kassenbuch für die Menschheit
Stell dir vor, die gesamte Menschheit würde ein einziges, offenes Buch führen – ein globales Kassenbuch, in dem jede Transaktion transparent festgehalten wird. Ein Buch, das niemandem gehört und doch

„Wer baut dann die Straßen?“ — Warum die berühmteste Frage der Politikdebatte die falsche ist
Wer je mit einem Wähler, egal welcher Couleur, über weniger Staat diskutiert hat, kennt die Frage. Sie kommt verlässlich, meist nach dem dritten Satz: „Aber wer baut dann die Straßen?“

Max Stirner: Der erste Bitcoiner? Warum Bitcoin Maximalisten ihn lesen sollten
Max Stirner (1806–1856) war kein Bitcoiner – aber seine Philosophie ist explosiver als jede Zentralbankpolitik. Lange bevor es Begriffe wie Anarchokapitalismus, Selbstsouveränität oder Sound Money gab, formulierte Stirner eine radikale


