Die Finanzelite kauft alle Bitcoin!?

Die Finanzelite kauft alle Bitcoin!?

Michael WolfMichael Wolf·

Sogenannte Wale und Buckelwale, das sind Bitcoinbesitzer mit über 1000 Bitcoin, besitzen gemeinsam ca 31% aller Bitcoins. Dass die Verteilung von Bitcoin auf den ersten Blick sehr zentral wirkt, liegt daran, dass man nicht zwischen Adressen von Börsen und Einzelpersonen unterscheidet.
Während eine Adresse einer Börse tausende Bitcoinbesitzer repräsentiert, wird dies in den meisten Statistiken nicht berücksichtigt und als ein Besitzer gewertet. Dabei handelt es sich jedoch bei Walen größtenteils um Institutionen, Funds, Vermögensverwalter, Handelsplattformen, und andere vermögende Individuen.

Quelle: Glassnode-Artikel vom Januar 2021

Shrimps, Krabben und Oktopuse, das sind Bitcoinbesitzer mit weniger als 50 Bitcoin halten dagegen fast 23% des Angebots. Das zeigt das auch eine substanzielle Menge von Bitcoins in den Händen von Kleinanlegern liegt.

Von insgesamt ca. 22,65 Millionen Bitcoin-Besitzern (Börsen und Miner ausgenommen) entfallen fast 97% auf die Klein- und Kleinstanleger!

Quelle: Glassnode-Artikel vom Januar 2021

Die Befürchtung, dass ein paar Wenige das komplette Angebot an Bitcoin aufkauft, ist also vernachlässigbar. Doch nehmen wir mal an, es wäre so.

Da Bitcoin begrenzt ist, regt es Besitzer dazu an, sparsamer damit umzugehen und in nachhaltige Waren statt in Billigwaren ausgebeuteter Länder zu investieren. Wenn die Menschen sich von ihren Sklavenketten, dem Fiatsystem, befreien würden und sich nur noch in Bitcoin bezahlen lassen würden, wären die Reichen gezwungen, ihren Luxus mit Bitcoin zu finanzieren. Demzufolge gäbe es eine positive Umverteilung. Diese findet auch jetzt schon statt, wie man in der folgenden Grafik erkennen kann.

Quelle: Glassnode-Artikel vom Januar 2021

Fazit: Bitcoin verteilt Vermögen neu

Die Konzentration von Bitcoin bei großen Akteuren ist ein häufiges Argument gegen die Technologie – und ein oft missverstandenes. Entscheidend ist nicht die heutige Verteilung, sondern der Trend: Immer mehr Menschen auf der ganzen Welt kaufen kleine Mengen Bitcoin. Wer heute Sats stackt, ist früh genug dabei.

Wer sich um die Bitcoin Rich List sorgt, sollte bedenken: Im Fiat-System besitzen die reichsten 1 % der Welt über 43 % des globalen Vermögens. Bei Bitcoin liegt die Konzentration deutlich darunter – und der Trend zeigt in Richtung breiterer Verteilung. Da Bitcoin auf 21 Millionen Einheiten begrenzt ist, können Neureiche ihre Stellung nicht durch Gelddrucken ausbauen – ein fundamentaler Unterschied zum heutigen System.

Bitcoin als Ausgleich – warum Dezentralisierung wächst

Das Narrativ „die Reichen kaufen alles auf“ unterschlägt die andere Seite der Geschichte: Noch nie in der Geschichte der Menschheit hatte ein normaler Bürger Zugang zu einem Vermögenswert, der durch eigene Hardware und zwölf Wörter vollständig und unveräußerlich gesichert werden kann. Gold ließ sich enteignen – wie die Reichsfluchtsteuer im Dritten Reich zeigt, bei der Flüchtenden buchstäblich alles abgenommen wurde. Immobilien sind ortsgebunden, steuerpflichtig und beschlagnahmbar. Bitcoin hingegen lässt sich über jede Grenze tragen, kann nicht gefälscht werden und unterliegt keiner staatlichen Kontrolle.

Wer heute Sats stackt, beteiligt sich an einem Experiment in finanzielle Eigenverantwortung – unabhängig davon, wie viele Wale gleichzeitig kaufen. Das Protokoll behandelt jeden gleich: Eine Transaktion von 100 Satoshi wird mit denselben Regeln verarbeitet wie eine von 100 Bitcoin.

Michael Wolf
Michael Wolf

Berater für Informationssicherheit · Bitcoinlighthouse

Seit 2021 helfe ich Menschen dabei, sich durch Open-Source-Lösungen wie Bitcoin, Linux und GrapheneOS unabhängiger zu machen und digitale Sicherheit sowie Souveränität zu erlangen.

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