Was ist KYC?

Was ist KYC?

Michael WolfMichael Wolf·

KYC steht für „Know Your Customer“ und bezieht sich auf den Prozess, bei dem ein Unternehmen sicherstellt, dass es die Identität seiner Kunden kennt und dass die von ihnen bereitgestellten Informationen korrekt sind. Dieser Prozess wird häufig von Finanzdienstleistern und anderen Unternehmen genutzt, um deine Daten zu speichern, dass sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, in der Annahme, das Risiko von Geldwäsche und Finanzkriminalität zu minimieren.

Im Allgemeinen umfasst der KYC-Prozess die Erfassung von Informationen über die Identität eines Kunden, wie zum Beispiel seinen Namen, seine Adresse und seine Kontaktdaten. Diese Informationen werden dann verwendet, um die Identität des Kunden zu verifizieren und um sicherzustellen, dass das Unternehmen alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

In der Kryptowährungsindustrie wird der KYC-Prozess häufig von Börsen und anderen Plattformen verwendet, um sicherzustellen, dass sie in Übereinstimmung mit geltenden Gesetzen und Vorschriften handeln und dass sie ihre Kunden ordnungsgemäß identifizieren. Dies ist meist mit großem Risiko verbunden, da die Plattformen oft gehackt werden und somit auch deine Daten nicht sicher sind.

Hinterlegt man nicht seine Ausweisdaten sondern nur seine Bankdaten, spricht man von soft KYC.

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Warum KYC ein Risiko ist

Wer seine Ausweisdaten bei einer Börse hinterlegt, nimmt an einer zentralen Datenbank teil, die ein attraktives Ziel für Hacker ist. Zahlreiche große Kryptobörsen wurden bereits kompromittiert – die gestohlenen Kundendaten tauchen danach im Darknet auf. KYC schützt nicht zuverlässig vor Finanzkriminalität; es schafft vor allem zentralisierte Datenpools, die Kriminellen wie staatlichen Stellen gleichermaßen nützlich sein können.

Wer auf Datensparsamkeit und Privatsphäre beim Bitcoin-Kauf Wert legt, ist mit non-KYC-Optionen besser beraten. Denk daran: Bitcoin, das du nicht KYC-frei erworben hast, ist mit deiner Identität verknüpft – für immer, da die Blockchain öffentlich und unveränderlich ist.

KYC und Bitcoin: ein struktureller Widerspruch

Satoshi Nakamoto entwarf Bitcoin als Peer-to-Peer-System ohne Intermediäre – ohne die Notwendigkeit, einer dritten Partei die eigene Identität preiszugeben. KYC steht diesem Grundprinzip diametral entgegen. Es verwandelt Bitcoin von einem erlaubnisfreien Protokoll in ein überwachtes Finanzprodukt. Dass Regulierungen KYC verlangen, ist nachvollziehbar – doch wer seine Bitcoin mit KYC kauft, knüpft seinen Bestand dauerhaft an seine Identität. Da die Bitcoin-Blockchain öffentlich und unveränderlich ist, sind alle zukünftigen Transaktionen mit dieser Adresse rückwirkend zurückverfolgbar.

Für den Alltag mag das keine Rolle spielen – für die langfristige Privatsphäre kann es erhebliche Konsequenzen haben. Deshalb gilt in der Bitcoin-Community die Faustregel: Non-KYC-Bitcoin ist wertvoller als KYC-Bitcoin, weil er fungibel, privat und unverknüpft bleibt. Wer einmal KYC-Bitcoin besitzt, kann das nicht rückgängig machen.

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Michael Wolf
Michael Wolf

Berater für Informationssicherheit · Bitcoinlighthouse

Seit 2021 helfe ich Menschen dabei, sich durch Open-Source-Lösungen wie Bitcoin, Linux und GrapheneOS unabhängiger zu machen und digitale Sicherheit sowie Souveränität zu erlangen.

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