Julian Assange ist frei
Julian Assange ist frei. Er verließ das Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh am Morgen des 24. Juni, nachdem er 1901 Tage dort verbracht hatte. Er wurde vom High Court in London gegen Kaution freigelassen und kam am Nachmittag am Flughafen Stansted an, wo er ein Flugzeug bestieg und das Vereinigte Königreich verließ.
Dies ist das Ergebnis einer weltweiten Kampagne, die von Basisorganisatoren, Verfechtern der Pressefreiheit, Gesetzgebern und führenden Persönlichkeiten aus dem gesamten politischen Spektrum bis hin zu den Vereinten Nationen reichte. Dies schuf den Raum für eine lange Verhandlungsphase mit dem US-Justizministerium, die zu einer Vereinbarung führte, die noch nicht offiziell abgeschlossen ist. Wir werden so bald wie möglich weitere Informationen zur Verfügung stellen.
Nach mehr als fünf Jahren in einer 2 x 3 Meter großen Zelle, in der er 23 Stunden am Tag isoliert war, wird er bald wieder mit seiner Frau Stella Assange und den gemeinsamen Kindern zusammenkommen, die ihren Vater bisher nur hinter Gittern kennen gelernt haben.
WikiLeaks hat bahnbrechende Geschichten über Korruption und Menschenrechtsverletzungen veröffentlicht und die Mächtigen für ihre Handlungen zur Rechenschaft gezogen. Als Chefredakteur hat Julian für diese Prinzipien und für das Recht der Menschen auf Wissen schwer bezahlt.
Julian ist derzeit auf dem Weg nach Australien.
Assanges Geschichte reiht sich ein in den Kampf der Cypherpunks für Privatsphäre und Meinungsfreiheit – die Wurzeln dieser Bewegung beschreibt das Cypherpunk-Manifest. Ein ähnlich hartes Schicksal teilte Ross Ulbricht.
Bitcoin und WikiLeaks – eine historische Verbindung
Die Geschichte von Julian Assange und WikiLeaks ist untrennbar mit Bitcoin verbunden. Als 2010 Visa, Mastercard und PayPal WikiLeaks die Zahlungsabwicklung sperrten, begann die Organisation, Bitcoin-Spenden anzunehmen – und zog damit eine der ersten breiten öffentlichen Aufmerksamkeiten auf das damals junge Netzwerk. Satoshi Nakamoto selbst kommentierte den Schritt in einem seiner letzten öffentlichen Beiträge im Bitcointalk-Forum und mahnte zur Vorsicht, um Bitcoin nicht zu früh ins Visier von Regierungen zu rücken.
Assanges Fall steht exemplarisch für das, wogegen Cypherpunks seit Jahrzehnten kämpfen: das Recht auf Privatsphäre, auf freie Meinungsäußerung und auf Whistleblowing ohne Strafverfolgung. Bitcoin ist in diesem Kampf ein Werkzeug – zensurresistent, grenzenlos und unaufhaltbar. Die Freilassung Assanges ist ein kleiner Sieg – der größere Kampf geht weiter.
Was seine Freiheit bedeutet
Über 14 Jahre verlor Assange seine Freiheit: zuerst in der ecuadorianischen Botschaft in London, dann in 23-stündiger täglicher Isolation im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Das Abkommen mit dem US-Justizministerium ermöglichte seine Rückkehr nach Australien – doch kein öffentlicher Prozess fand statt, der die Rechtmäßigkeit von Journalismus und Whistleblowing verhandelt hätte. Für Pressefreiheitsorganisationen weltweit bleibt das ein unbefriedigender Ausgang.
Für die Bitcoin- und Cypherpunk-Community steht Assange stellvertretend für eine grundlegende Frage: Darf ein Mensch die Wahrheit sagen, wenn Mächtige lieber schweigen wollen? Bitcoin beantwortet diese Frage auf seine eigene Art – mit einem Protokoll, das keine Erlaubnis braucht und niemandes Zustimmung benötigt. WikiLeaks, Bitcoin und das Cypherpunk-Manifest teilen dieselbe Grundüberzeugung: Transparenz der Mächtigen, Privatsphäre der Menschen.
Berater für Informationssicherheit · Bitcoinlighthouse
Seit 2021 helfe ich Menschen dabei, sich durch Open-Source-Lösungen wie Bitcoin, Linux und GrapheneOS unabhängiger zu machen und digitale Sicherheit sowie Souveränität zu erlangen.
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