„Broken Money” von Lyn Alden – warum unser Geld kaputt ist
Michael WolfGeld als Technologie – gedacht zu Ende
Es gibt Bücher, die so umfassend und zugleich so klar sind, dass sie sofort zum Standardwerk werden. „Broken Money" von Lyn Alden ist so eines. Die renommierte Makro-Analystin stellt eine einfache, aber tiefgreifende Frage: Warum ist unser Geld eigentlich kaputt – und was hat die Geschwindigkeit von Information damit zu tun?
Aldens zentrale Idee: Geld ist im Kern eine Technologie zur Übertragung von Wert über Zeit und Raum. Und immer wenn sich die Technik der Kommunikation ändert, ändert sich auch das Geld. Aus dieser Perspektive erklärt sie die gesamte Wirtschaftsgeschichte – und landet folgerichtig bei Bitcoin.
Worum geht es?
Alden spannt einen gewaltigen Bogen: von Muschelgeld und Rai-Steinen über Gold, das Telegrafen-Zeitalter (als Geld plötzlich schneller reisen konnte als Gold transportierbar war) bis zum heutigen Fiat-System und den globalen Ungleichgewichten, unter denen besonders die Schwellenländer leiden. Erst im letzten Teil kommt Bitcoin – und wirkt dann nicht wie Ideologie, sondern wie die logische nächste Stufe. Wo „Der Fiat-Standard" meinungsstark austeilt, bleibt Alden kühl analytisch.
Für wen ist das Buch?
Für alle, die ein einziges, umfassendes Buch über Geld und Bitcoin wollen – ausgewogen, gründlich und ohne missionarischen Eifer. Auch ideal für Skeptiker, die einem nüchternen, datengetriebenen Argument eher trauen als großen Thesen.
Das spricht dafür ✅
- Unglaublich umfassend und trotzdem verständlich. Das große Ganze in einem Band.
- Ausgewogener Ton. Alden überzeugt mit Analyse statt mit Pathos.
- Globale, faire Perspektive – besonders stark zu Schwellenländern und Kapitalkontrollen.
- Die „Geld = Informationstechnologie"-Brille ist ein dauerhafter Erkenntnisgewinn.
Das solltest du wissen ⚠️
- Ein dicker Wälzer. Umfang und Tiefe verlangen Sitzfleisch.
- Bitcoin kommt erst spät – wer nur darüber lesen will, muss sich gedulden.
- Stellenweise dicht an Makroökonomie – nicht jede Seite liest sich nebenbei.
Mein Fazit
Wenn mich jemand nach dem einen Buch fragt, das Geld und Bitcoin in einem Rutsch erklärt, nenne ich heute „Broken Money". Es ist gründlich, fair und brillant strukturiert – ein moderner Klassiker, der den Bitcoin-Standard als wichtigstes Einsteigerwerk ablösen könnte. Nimm dir Zeit dafür; sie ist gut investiert.
„Geld ist Information. Und Information bewegt sich heute mit Lichtgeschwindigkeit – unser Geld nicht."
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich „Broken Money" vom „Bitcoin-Standard"?
Beide erzählen die Geldgeschichte, aber Alden ist nüchterner und analytischer, während Ammous meinungsstärker schreibt. „Broken Money" betrachtet Geld als Informationstechnologie. Beide ergänzen sich hervorragend – siehe unsere Bücher-Übersicht.
Ist das Buch für Einsteiger geeignet?
Inhaltlich ja, aber es ist umfangreich. Wer einen kürzeren Einstieg sucht, beginnt mit „Das kleine Bitcoin-Buch".
Geht es hauptsächlich um Bitcoin?
Nein, der größere Teil behandelt die Geschichte und Funktionsweise des Geldes. Bitcoin ist die logische Schlussfolgerung im letzten Drittel.

