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Die DSGVO-Lüge: Wer wirklich geschützt wird, bleibt außen vor

Seit 2018 gilt die DSGVO als das zentrale Schutzinstrument für personenbezogene Daten in der EU. Cookie-Banner, Einwilligungen und Löschrechte vermitteln den Eindruck, Nutzer hätten plötzlich Kontrolle über ihr digitales Leben. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die DSGVO schützt primär dort, wo das Gefährdungspotenzial minimal ist, während Nutzer gegenüber den wirklich mächtigen Akteuren, insbesondere staatlichen Institutionen, ungeschützt bleiben.

Nutzerverantwortung wird ignoriert

Die DSGVO impliziert, dass Menschen online wie Kinder agieren – ständig unachtsam und leicht manipulierbar. Consent-Banner, Cookie-Popups und generische Zustimmungen sollen Nutzer „schützen“. Tatsächlich aber dürften erwachsene Nutzer selbst in der Lage sein, zu entscheiden, wem sie ihre Daten anvertrauen. Die Verordnung behandelt Nutzer, als wären sie unfähig, rationale Entscheidungen zu treffen.

Kleine Unternehmen verlieren, große profitieren

Die Einhaltung der DSGVO ist mit erheblichen Kosten verbunden. Startups müssen hunderte Stunden und tausende Euro in juristische Beratung, Consent-Management und Dokumentation investieren. Große Plattformen verfügen über eigene Compliance-Abteilungen und können die Anforderungen problemlos bewältigen.

Die Folge: Marktbarrieren steigen, Monopole werden gestärkt, und innovative Startups werden abgeschreckt. Regulierung, die „den Nutzer schützen soll“, wirkt faktisch wie ein Schutzschild für etablierte Unternehmen.

Staatliche Datensammler bleiben unangetastet

Problematischer ist, dass die DSGVO auf staatliche Akteure kaum Anwendung findet. Geheimdienste, Strafverfolgung und Finanzämter bleiben weitgehend unreguliert. Während Unternehmen gezwungen sind, Banner anzuzeigen, ist der Bürger gegenüber staatlicher Macht praktisch machtlos. Transparenz ist hier weitgehend eine Farce.

Zweck statt Datensammlung

Daten sind nicht per se problematisch. Unternehmen nutzen sie zur Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen. Staaten hingegen können dieselben Daten zur Kontrolle, Bestrafung oder in Extremfällen zur Gefährdung von Individuen einsetzen. Der entscheidende Unterschied liegt in Zweck, Macht und Freiwilligkeit.

Praktische Umsetzung der DSGVO

In der Praxis zeigt sich, dass der Schutz des Nutzers vor allem dort greift, wo das Risiko gering ist. Dort, wo Macht tatsächlich konzentriert ist – insbesondere bei staatlichen Akteuren – bleibt er ungeschützt. Gleichzeitig führen Compliance-Anforderungen zu erheblichen Markteintrittsbarrieren, wodurch kleinere Anbieter verdrängt und bestehende Marktstrukturen gefestigt werden.

Staatliche Macht und fiskalische Interessen

Während der Staat rhetorisch Datenschutz betont, agiert er faktisch selbst als dominanter Akteur mit weitreichendem Zugriff. Unter dem Vorwand regulatorischer Durchsetzung entstehen komplexe, teilweise unverhältnismäßige Regelwerke, die auch fiskalische Interessen bedienen. Hohe Bußgelder und Sanktionsmechanismen – wie im Fall der Plattform X (ehemals Twitter), die in der EU zu einer millionenschweren Strafzahlung verurteilt wurde – zeigen, dass Regulierung zunehmend auch als Instrument zur Umverteilung wirtschaftlicher Ressourcen genutzt wird.1

Langfristige ökonomische Effekte

Die zunehmende regulatorische Komplexität erzeugt hohe Eintritts- und Wachstumshürden, besonders für junge Unternehmen und Startups. Dies erstickt unternehmerische Dynamik, schwächt Innovationskraft und verhindert wirtschaftliche Erneuerung. Gesellschaften mit stark regulierten Märkten riskieren wirtschaftliche Stagnation und verlieren an Attraktivität als Lebens- und Arbeitsraum. Abwanderung von Kapital und Talent wird so zur rationalen Konsequenz.

Empirische Evidenz zur Regulierung

  • Regulierungsbelastung kann Innovation und Unternehmertum hemmen: Staatliche Regulierung kann die Anzahl und Qualität von Unternehmensgründungen reduzieren, insbesondere bei hohen Eintrittsbarrieren (Djankov et al., 2002)2.
  • Compliance-Kosten belasten kleine Unternehmen: Strenge Vorschriften bedeuten für kleine und mittlere Unternehmen hohe Anfangs- und Anpassungskosten, die Innovationskraft einschränken (OECD, 2021)3.
  • Bürokratie wirkt wachstumshemmend: Verwaltungskosten erhöhen Markteintrittsbarrieren und vergrößern Risiken für Unternehmer (Aghion et al., 2020)4.

Quellen:

  1. European Commission (2023). Commission fines X €120 million under Digital Services Act. ↩︎
  2. Djankov, S., et al. (2002). The Regulation of Entry. Quarterly Journal of Economics ↩︎
  3. OECD (2021). Regulatory Compliance Costs and SMEs. OECD Publishing ↩︎
  4. Aghion, P., et al. (2020). Regulation and Innovation: Evidence from European Firms. Journal of Economic Perspectives ↩︎

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Michael
Michael

Michael ist Berater für Informationssicherheit und publiziert seit 2021 Artikel zu Bitcoin und Cybersecurity für verschiedene Magazine. Er hält deutschlandweit Vorträge und Workshops und hostete von 2022 bis 2025 in München das Wohnzimmer der Plebs - Satoshis Coffeeshop.