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So löschst du 99 % deiner digitalen Spuren aus dem Internet

Werde ein digitaler Geist

Keine lange Einleitung – legen wir los.


Schritt 1: Vorbereitung

Gehe alle E-Mail-Adressen durch, die du in den letzten 10 Jahren benutzt hast.

Falls du den Zugriff auf manche verloren hast, stelle ihn wieder her. Diese E-Mails brauchst du, um auf andere Dienste zugreifen zu können, bei denen du dich damals registriert hast.


Schritt 2: Alte und vergessene Accounts löschen

Nutze die Suchfunktion deines E-Mail-Postfachs und suche nach Begriffen wie „Sign up“, „Welcome“ oder „Registrierung“.

Melde dich bei jedem Dienst an, von dem du eine Anmeldebestätigung erhalten hast.

Schritt 2b:

Suche innerhalb des Dienstes nach einer Funktion zum Löschen des Accounts.
Falls du nichts findest, google:

"delete account" + "<Name des Dienstes>"

Gibt es keine direkte Option, suche nach einer Support-E-Mail-Adresse und fordere die Löschung deines Accounts an.

Schritt 2c:

Bei manchen Diensten solltest du vor der Kontolöschung alle Inhalte, Nachrichten und Daten manuell entfernen.
Einige Accounts werden archiviert, und diese Daten könnten später von Hackern oder Dritten eingesehen werden.
Behalte das im Hinterkopf.


Schritt 3: Prüfen, ob deine Daten bereits kompromittiert wurden

Du solltest nun eine Liste deiner Benutzernamen und Dienste haben (von Streaming-Plattformen bis zu E-Mail-Anbietern).

Jetzt kommen sogenannte Boolean-Suchen bei Google zum Einsatz.

Schritt 3b:

Im Folgenden stehen Anführungszeichen als „„`, tatsächlich musst du aber normale “ „ verwenden.

Suche nach deinem Benutzernamen:

"<Benutzername>"

Manchmal auch Kombinationen wie:

"<Benutzername>" + "<Passwort>"

Schritt 3c:

Möglicherweise findest du Links zu Pastebin, öffentlich zugänglichen Datenbanken oder geleakten Informationen.

Das ist leider normal und passiert vielen Diensten.
Notiere dir, welche Passwörter oder Daten betroffen sind.

Schritt 3d:

Einige Datenleaks werden privat gehandelt. Nutze daher:

haveibeenpwned.com

Dort kannst du prüfen, ob deine Daten kompromittiert wurden, und anschließend aktive Zugangsdaten ändern.


Schritt 4: Dich aus Google entfernen

Auch wenn du z. B. Facebook gelöscht hast, können bei Google noch zwischengespeicherte Informationen erscheinen.

Dafür gibt es die Google Search Console.

Schritt 4b:

Nutze:

https://google.com/webmasters/tools/removals

Dort kannst du beantragen, dass Google gecachte Suchergebnisse entfernt oder aktualisiert.
Gehe verschiedene Suchanfragen durch und reiche entsprechende Anträge ein.


Schritt 5: Google daran hindern, dich legal zu tracken

Du solltest Google den Zugriff auf deine Daten so weit wie möglich entziehen.

Hier kannst du alle Google-Dienste einzeln konfigurieren:

https://myaccount.google.com/activitycontrols

Schritt 5b:

Auch bei anderen Diensten gilt: Datenschutzeinstellungen auf das absolute Minimum reduzieren.

Wenn du z. B. Facebook nutzt, stelle dein Profil so privat wie möglich ein, sodass niemand auf private Fotos oder Inhalte zugreifen kann.


Schritt 6: Alte E-Mail-Konten löschen

Jetzt, da du wieder Zugriff auf alte E-Mails hast, kannst du diese ebenfalls löschen.

Lösche E-Mail-Konten, die du nicht mehr brauchst.

WICHTIG:
Lösche keine E-Mails, die du in Zukunft noch benötigen könntest.
Wenn du sie behalten musst, ändere Passwörter und Sicherheitsfragen.


Schritt 7: Accounts absichern

Ändere deine Passwörter regelmäßig – mindestens alle 6 Monate.

Warum?
Täglich werden neue Datenbanken gehackt. Diese Daten werden für Brute-Force-Angriffe oder gezielte Angriffe genutzt.

Alternativ: Nutze einen guten Passwort-Manger. Unsere Empfehlung dazu findest du in unserem Privacy-Leitfaden.

Schritt 7b:

Verwende niemals ähnliche Passwörter.

Angreifer kombinieren alte Passwörter mit deinem Geburtsdatum, deiner Adresse oder anderen Infos.
Haben sie einmal Zugriff, geben manche Dienste Zugriff auf fast alles – und es ist extrem schwer, sie wieder auszusperren.

Zum Glück erlauben viele Dienste inzwischen nur noch eine aktive Sitzung gleichzeitig.


Schritt 8: Deine Internetverbindung schützen

Nutze beim Surfen im Internet ein VPN.

Kein VPN bei Online-Banking oder hochsensiblen Vorgängen –
aber ja beim normalen Surfen.

In Kombination mit BraveSearch ist das deutlich besser für deine Privatsphäre.

Schritt 8b:

Wähle ein VPN ohne Logs.

Unsere Empfehlung dazu findest du in unserem Privacy-Leitfaden.

Achte darauf, dass der Anbieter ein öffentliches Audit vorweisen kann, das bestätigt, dass keine Nutzungsdaten gespeichert werden.

So weiß weder dein VPN-Anbieter noch dein Internetprovider, was du online machst.


Schritt 9: Burner-Accounts nutzen

Nutze bei besonders datenhungrigen Diensten (z. B. Google) Wegwerf-Accounts mit falschem Namen und falschen Daten.

Das ist legal und schützt davor, dass deine echten Daten dienstübergreifend ausgewertet werden.


Schritt 10: Inhalte regelmäßig löschen

Lösche regelmäßig alte Tweets, Fotos und Beiträge.

Diese Daten können genutzt werden, um deine Accounts zu verknüpfen und weitere persönliche Informationen zu finden.

Schritt 10b:

Angreifer analysieren ihre Ziele oft monatelang rückwirkend, um soziale Kontakte und Schwachstellen zu erkennen.

Jeder kann angegriffen werden –
du warst nur noch kein Ziel.

Prävention ist Verteidigung.

Schritt 10c:

Auch wenn so etwas eher selten vorkommt und wahrscheinlich eher bekanntere Persönlichkeiten betrifft kann man hier ganz gut sehen, wie sowas im Extremfall aussehen kann:

https://theverge.com/2019/10/11/20910551/stalker-attacked-pop-idol-reflection-pupils-selfies-videos-photos-google-street-view-japan

Und das ist nur die Spitze des Eisbergs – mit Werkzeugen, die heute jeder nutzen kann.


Abschließende Hinweise

Diese Liste ist ein sehr guter Anfang.
Sie entfernt nicht alles, aber sie reduziert deine digitale Angriffsfläche erheblich.

Der nächste Schritt ist das gezielte Streuen ähnlicher, aber falscher Informationen.
So werden Datenanalysen ungenauer.
Zusätzliche Personas mit gleichem Namen, aber anderen Orten oder Altersangaben helfen dabei.

Fordere außerdem Auskunfteien auf, alle Daten zu löschen, die älter als 5 Jahre sind.

Und nicht vergessen:
Lösche auch alte Account-E-Mails aus deinen Postfächern – sie sind ein leichtes Einfallstor für Identitätsdiebstahl und Phishing.

Hoffe, das hilft.

Dieser Artikel dient rein zur Aufklärung, stellt keine Anlageberatung dar und distanziert sich von jeglichen Regressansprüchen. Kryptowährungen sind hochriskant – investieren Sie nur, was Sie verkraften können zu verlieren. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die aus der Nutzung unserer Anleitungen oder Informationen entstehen. Die Nutzung erfolgt auf eigenes Risiko.

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Michael
Michael

Michael ist Berater für Informationssicherheit und publiziert seit 2021 Artikel zu Bitcoin und Cybersecurity für verschiedene Magazine. Er hält deutschlandweit Vorträge und Workshops und hostete von 2022 bis 2025 in München das Wohnzimmer der Plebs - Satoshis Coffeeshop.